Wenn das Papier mal alle ist

Wissenswertes

Schiffe versenken

Posted by Administrator (karo) on Feb 11 2008 at 11:55 AM
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Schiffe versenken auch Schiffchen versenken oder Seeschlacht genannt ist ein einfaches Spiel. Es besitzt strategische Elemente, auch wenn man die einfache Version nicht unbedingt als strategisch relevant bezeichnen kann.

Zum Spielen benötigt man:

    * zwei Mitspieler
    * zwei Bleistifte
    * zwei Blätter kariertes Papier (wie im Rechenheft)

Vorbereitung

Zuerst zeichnet jeder Spieler zwei 10x10 Kästchen große Pläne, die an den Seiten mit Buchstaben (von A bis J) und an den oberen Rändern mit Zahlen (von 1 bis 10(14)) versehen werden. Jeweils ein Kästchen stellt das eigene beziehungsweise das gegnerische Meer oder Kampfgebiet dar. In das eigene Meer trägt jeder Spieler nun, ohne dass der Mitspieler dies sieht seine Flotte ein. Dies geschieht, indem man Gebilde von unterschiedlicher Kästchenlänge einzeichnet. Über die Anzahl und Größe der Schiffe und über die Art der Platzierung sollten vor Spielbeginn Einigkeit herrschen. Hier gibt es verschiedene Regeln. Sehr häufig ist folgende:

   1. Die Schiffe dürfen nicht aneinander stoßen
   2. Die Schiffe dürfen nicht über Eck gebaut sein oder Ausbuchtungen besitzen.
   3. Die Schiffe dürfen auch am Rand liegen.
   4. Jeder verfügt über insgesamt zehn Schiffe (in Klammern die Größe):

        * ein Schlachtschiff (5 Kästchen)
        * zwei Zerstörer (je 4 K.)
        * drei Kreuzer (je 3 K.) und
        * vier U-Boote (je 2 K.)

Größe und Namen der Schiffe können dabei unterschiedlich sein; so nennen manche beispielsweise ein Schiff mit fünf Kästchen „Flugzeugträger“ und die nachfolgenden Schiffe werden alle um ein Feld kleiner dargestellt. Wiederum andere verstehen unter einem „Zerstörer“ ein kleineres Schiff als das „U-Boot“ (man sollte sich entsprechend mit dem Mitspieler einig werden). Oft werden kleinere Schiffe gewählt, was die Fehlschussmöglichkeit erhöht und das Spiel etwas in die Länge zieht. Der Nachteil dabei ist, dass die „Ein-Kästchen“-Schiffe (meist „U-Boote“) den Strategieaspekt völlig in den Hintergrund treten lassen. Es kann nämlich vorkommen, dass ein einzelnes unauffindbares „U-Boot“ alleine eine ganze, bislang ungetroffene Flotte vernichtet. Aus diesem Grunde läuft es oft auf eine Art „U-Boot“-Kampf hinaus, bei dem ausschließlich der Zufall entscheidet, welcher Spieler seinen Gegner trifft und somit das Spiel gewinnt. Die Spielzeit beträgt normalerweise etwa 15–30 Minuten.



Spielverlauf

Zunächst wird ausgelost wer beginnt. Der Spieler, der am Zug ist, gibt eine Koordinate an, wohin er er sein Geschoss feuert, zum Beispiel C3. (Entweder darf jeder nacheinander eine Salve von drei Schüssen abfeuern oder jedes noch vorhandene Schiff darf jeweils einen Schuss pro Runde abfeuern). Der andere Spieler sieht auf seinen Plan und gibt an, ob der Schuss ins Wasser ging oder ob ein Schiff getroffen wurde. Auch hier existieren alternative Regeln wie weiter verfahren wird. Entweder wird IMMER abwechselnd gefeuert oder man darf solange feuern, wie man ein Schiff getroffen hat. Die gelandeten Treffer und auch die Fehlschüsse verzeichnet man in dem zweiten, bisher noch leeren 10er-Kästchen. Ein Schiff gilt im Normalfall dann als versenkt, wenn alle Felder des Schiffes einen Treffer erlitten haben. Auch das „Sinken“ wird vom Gegner gemeldet („Treffer – Versenkt“). Wer zuerst alle Schiffe versenkt hat, hat das Spiel gewonnen.

Varianten

Es existiert eine erweiterten Fassungn, in der die Spieler zusätzlich drei Seeminen (jeweils ein Feld mit Kreis) und eine so genannte Küstenbatterie (drei Felder am Rand, die auch über Eck liegen dürfen) erhalten. Die Regeln sind verschärft und verändern das gesamte Spiel.

   1. Man schießt im Salvenmodus und zwar so viele Schüsse, wie das größte noch vorhandene Schiff Kästchen hat (Ist also das Schlachtschiff noch da, darf man vier Schüsse hintereinander abgeben. Besitzt man nur noch Kreuzer, dann eben nur drei).
   2. Außerdem sagt der Angreifer, mit welchem Schiff er feuerte. Trifft er nämlich eine Mine, fliegt auch sein Schiff mit in die Luft.
   3. Die Küstenbatterie hat nur einen Schuss. Wenn dieser aber trifft, versinkt das getroffene Schiff sofort.
   4. Der Angegriffene gibt lediglich an, was versenkt oder getroffen wurde, aber nicht wo sich das Schiff befand.

Versionen

Da dieses Spiel sehr einfach gestaltet werden kann, war und ist es bei Schülern und Studenten beliebt, um Langeweile oder Freistunden zu überbrücken. Wer das Spiel erfand, ist nicht mehr rekonstruierbar. Der Zeitpunkt der Entstehung liegt vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts, es wird also seit Generationen gespielt. Im Laufe der Zeit sind auch Versionen von Verlagen auf den Markt gekommen. Hier gibt es sowohl die einfachen Varianten mit vorgefertigten Plänen als sogenanntes Reisespiel, aber auch vollelektronische Boards mit Ton- und Lichteffekten. Zu nennen wäre hier das Spiel Flottenmanöver 1972 von der Firma MB herausgebracht. Auch Sprechendes Computer Flottenmanöver von Hasbro und Naval Battle werben mit mehreren Schwierigkeitsstufen und interaktiven elektronischen Elementen. Diese computergesteuerten Versionen enthalten darüber hinaus oft auch spezielle Spielmodi, in denen Spezialwaffen (z. B. Torpedos oder Raketen, welche mehrere Felder nach vorgegebenen Mustern, wie z. B. eine gesamte Reihe, treffen) oder andere Hilfsmittel, wie z. B. ein Sonar zum Einsatz kommen können. Ebenso existieren Versuche einer Verlagerung des Geschehens in den Weltraum mittels Raumschiffen und dreidimensionaler Koordinatentechnik die sich einiger Beliebtheit erfreuen.

Strategien

Gerade in den zahlreichen Varianten des Spiels nutzen manche Spieler taktische Elemente und diverse Strategien.

Eine einfache Strategie für Anfänger ist es z. B. um versenkte Schiffe herum „Fehlschüsse“ einzutragen, insofern die Regeln ein Berühren der Schiffe untereinander untersagen.

Allgemein ist es auch nicht empfehlenswert, Schiffe überhaupt in direkten Kontakt miteinander treten zu lassen, da beim gegnerischen Versuch das eigene Schiff nach der Lokalisierung zu versenken, solche Schiffe in Mitleidenschaft gezogen (oder noch schlimmer: ebenfalls lokalisiert) werden könnten.

Manche Spieler vermeiden es außerdem, Schiffe an den Rand zu stellen, da nach einem evtuellem Treffer die möglichen Schussrichtungen eingeschränkt sind, was es dem Gegner erleichtert, die Ausrichtung des Schiffes festzustellen und es zu versenken. Andererseits „verstecken“ Spieler, die so vorgehen, gerne ein einzelnes, kleineres Schiff in einer der Ecken, um ihren Gegner zu verwirren.

Viele Spieler beschießen ihren Gegner in bestimmten Mustern, um die gegnerischen Schiffe zu finden. Sehr beliebt sind „Schachbrettmuster“, da alle Schiffe mit zwei oder mehr Feldern erfasst werden können, oder Diagonalen, da sie den Raum in einer Weise teilen, in der längere Schiffe in jedem Falle getroffen werden können, ohne wie bei „geraden Mustern“ Räume abzutrennen. Gerade erfahrenere Spieler kombinieren solche Muster auch, indem sie die Diagonalen so legen, dass das entstehende „Netz“ nach dem Auffinden der großen Schiffe „zugezogen“ werden kann. D. h. es werden die verbliebenen Räume in immer kleinere Räume geteilt, bis ein „Schachbrett“ entstanden ist. Gemeinsam an allen Mustern ist jedoch, dass sie immer engmaschiger werden und der Verminderung unnötiger Schüsse dienen. Im Falle dessen, dass die kleinsten Schiffe zuerst versenkt wurden, werden die Muster wieder großmaschiger angelegt. Beim Auffinden von „Ein-Kästchen“-Schiffen ist selbstverständlich jedes Muster unbrauchbar.

Beim Versenken bereits getroffener, aber noch nicht lokalisierter Schiffe wird nach dem ersten Treffer meistens in die Richtung weitergeschossen, in der noch die meisten freien Felder liegen. Nur wenige Spieler schießen in einem vorgegebenen Muster auf die umliegenden Felder (z. B. erst das Feld rechts neben dem Treffer, dann das untere, etc.), dafür ist diese Vorgehensweise bei Computergegnern üblich. Eine sehr kleine Minderheit von Spielern empfindet das direkte Versenken von Schiffen als „Zeitverschwendung“ und belässt es zunächst bei der Lokalisierung eines Schiffes (nach dem zweiten Treffer ist die Ausrichtung des Schiffes bereits bekannt), woraufhin das Primärziel darin besteht, das nächste Schiff zu lokalisieren. Das Versenken selbst erfolgt im Anschluss an das Auffinden aller Schiffe. Letztere Strategie ist bei Varianten, bei denen z. B. die Anzahl der verbleibenden Schiffe als Bemessungsgrundlage für die Salvengröße dient oder bei denen bis zum ersten Fehlschuss weitergefeuert werden darf, selbstverständlich unbrauchbar.


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